Charity knitting

Ich stricke gerade Socken über Socken, nicht nur fürs Baby (das geht ja schnell), sondern auch und vor allem für Obdachlose. Ohne Kind habe ich in einer Suppenküche gekocht und ausgeschenkt, mit Kind setze ich mich nun in freien Minuten an die Nadeln und klappere drauf los, damit die Besucher unserer Küche auch Weihnachtsgeschenke bekommen können. Ich muss mich ranhalten… Auf diese Weise kann ich weiterhin Anteil am Geschehen in der Suppenküche haben, weil ich die Menschen mag (Gäste wie Ehrenamtliche) und die Arbeit sinnvoll und wichtig finde.

In den vergangenen Monaten habe ich Wollspenden eingetrieben und halte mich derzeit ans Sockenstricken – Schals und Mützen werden folgen. Mein Freund beklagt mitunter die Wollvorräte, die nicht eben wenig Platz in unserer Wohnung einnehmen, doch ich sehe in ihnen die großzügigen Spenden anderer Strickverrückter und die hoffentlich zahlreichen Füße, Ohren und Hälse, die eines schönen Tages gewärmt werden.
Letztes Jahr habe ich in New York eine Gruppe kennengelernt, die gemeinsam für Obdachlose strickt. Zwei Monate lang konnte ich sie begleiten, mitstricken und an den regelmäßig stattfindenden Treffen teilnehmen und fand soviel Freude an der gemeinsamen Arbeit, dass ich sie mit nach Berlin nehmen wollte und hier auch umsetzen. Zu einer ganzen Strickrunde hat es noch nicht gereicht, einzig, weil das nochmals Organisation und Zeit erfordert, Telefonate, Werbung, die Organisation eines Raumes und so weiter. Allerdings stricke ich schon einmal selbst drauf los, eine Runde wird beizeiten schon noch zusammen kommen. Besonders schön fand ich in New York, dass wir in der Gruppe auch über die zu bestrickenden gesprochen, an sie gedacht und uns, jedes Mal, wenn ein Set aus Mütze und Schal fertig war, auf den Empfänger gefreut haben. Es ist eine Runde, an die ich in Berlin oft gedacht habe und die in New York zu finden mein Bild von der großen und trubeligen Stadt noch einmal neu geprägt hat.

Für mein Kind fällt bei all dem auch etwas ab, nämlich ein Sockyarnblanket oder Memoryblanket aus den fitzelkleinen Wollresten, gemischt mit kleinen Sockenwollresten aus meinem eigenen Bestand. Es dauert zwar ein, zwei Tage, bis das Deckchen wächst, aber eines schönen Tages wird es fertig sein, eine Umrandung bekommen und als Schnuffeldecke durch die Wohnung gezogen. Lauter Momente des Schenkens, auf die ich mich freuen kann!

Advertisements

Ein Gedanke zu “Charity knitting

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s