Ein Christbaum!

Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich in der vergangenen Woche einen Weihnachtsbaum gekauft. Da dies ein Jahr ist, in dem so viele Dinge zum ersten Mal in meinem Leben geschehen, passt das gut. Zum ersten Mal habe ich meine eigene kleine Familie und erstmalig kaufe ich einen Baum, das ist soweit folgerichtig.

Zum ersten Mal feiere ich allerdings auch Weihnachten nicht mit meiner alten Familie. Ich nenne sie alte Familie – liebevoll, nicht abwertend. Die Familie also, in die ich hineingeboren wurde, und nicht die, die ich selbst gegründet habe. Schön und wiederum folgerichtig, aber komisch. Es fühlt sich komisch an, mit niemandem aus meiner alten Familie Weihnachten zu feiern, nicht mit ihnen Loriot an Heilig Abend im Fernsehen zu gucken, nicht die immer gleiche Musik zur Bescherung zu hören, nicht mit meinem Bruder Pippi Langstrumpf und Michel aus Lönneberga laufen zu lassen, während wir den Baum schmücken. Statt dessen ein Tag mit früher Bescherung, weil das Kind ins Bett gebracht werden will, ein Heilig Abend in der eigenen Wohnung – nicht im Haus der Großeltern. Feiern mit Mann, Kind und Schwiegereltern.

Beim Gedanken daran vermisse ich meine alte Familie und doch überwiegt natürlich die Freude über die neue, eigene. Mein erstes Weihnachten mit Kind, unser erstes Weihnachten zu dritt, des Kindes allererstes Weihnachten überhaupt. Der Baum steht schon und die Geschenke, die uns von Freunden und Bekannten per Post bereits erreicht haben, liegen darunter, auf der roten Decke, die ich irgendwann früher mal selbst genäht habe. Sie war mal ein Bettüberwurf. Die Wohnung, in der wir feiern, war mal eine WG, jetzt ist sie das Zuhause einer kleinen Familie. Ich war mal das Kind unterm Christbaum meiner Großeltern, heute bin ich die Mama des Kindes unter unserem. – Weihnachten ist immer eine Zeit der Veränderung; eine Zeit zwischendrin, der eine Trubel vorbei, der nächste noch nicht begonnen. Was sich verändert hat, kommt an Weihnachten zum Tragen. Wir feiern die Geburt eines Kindes und die Geburt eines ganz anderen Kindes sortiert meine Familie ebenfalls neu. Das ist gut so, das wollten wir so und während wir uns freuen, gewöhnen wir uns auch noch ein bißchen um.

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