Jahresanfangslangsamkeit und -lektüre

Draußen schneit es und alles wid langsam und ruhig. Mein Baby erlebt seinen ersten Schnee. Die Eiseskälte, die über die letzten Tage Berlin beherrscht hat, hat um ein paar Grad nachgegeben. Das Jahr hat begonnen und so langsam gehen alle wieder arbeiten, doch meine kleine Familie freut sich der Elternzeit und schwebt immer noch zwischen den Jahren.

Das Stricken muss dieser Tage manchmal dem Lesen weichen – wo früher beides ging, muss ich mich als Mama entscheiden. Macht aber nichts. Die letzten Wochen war ich ohnehin zu müde zum Lesen und eigentlich bin ich das immer noch, aber der Lesestoff ist attraktiv genug, um mich aufzuwecken, wie’s aussieht.

Zur Auswahl stehen folgende Titel: Auf dem Sofa liegen Astrid Lindgrens Kriegstagebücher, die leicht zu lesen (also säuglingsmutterfreundlich) und sehr spannend sind. Auf dem Stillsessel im Schlafzimmer liegt Robert Galbraith‘ Career of Evil. Den ersten Teil, The Cockoo’s  Calling, fand ich super, den zweiten, The Silkworm, leider nicht. Ich kann nicht sagen, warum. Die Geschichte war mir ekelig. Ich habe das Buch ziemlich schnell nach dem Lesen weggegeben, weil ich es nicht im Haus, nicht in meiner Gegenwart haben wollte. Ist das nicht komisch? Ich habe mich richtig unwohl gefühlt, es nur in der Hand zu halten… Naja. Die Wirkweisen der Literatur sind vielschichtig und auch für die promovierende Literaturwissenschaftlerin nicht immer ergründlich.

Zu Weihnachten habe ich von meinem Bruder Miranda Julys The First Bad Man geschenkt bekommen, worauf ich schon sehr gespannt bin. Zeitgleich wurde ein sehr verspätetes Geburtstagsgeschenk mitgeliefert, nämlich Kathleen Alcotts Roman Infinite Home. Diese zwei warten, bis ich die ersten beiden Schinken ausgelesen habe. Vorfreude auf Bücher ist so schön! Sie hat mich durch mein gesamtes Studium nicht verlassen. Und gerade als ich gedacht habe, ich hätte sie über vollen Windeln und vollgekotzten Klamotten irgendwo verloren, vergessen oder zu tief nach hinten ins Regal geschoben, ist sie wieder da, diese Vorfreude, die manchmal genauso schön ist wie die eigentliche Lektüre.

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