Vom JA sagen

Heute bloggt Frl. Ordnung darüber, dass man lästige Dinge nicht aufschieben, sondern einfach machen soll, und ihnen dabei keine große Bühne bieten, indem man meckert und bockt. Recht hat sie!

Ich habe einmal die etwas schwammig klingende, aber hoch wirksame Technik des Jasagens gelernt, die mir dazu einfällt: Ich sage Ja zur jeweiligen Situation. Etwa so: Ja, ich muss Fenster putzen, was nervig ist und keinen Spaß macht, aber es ist eben so. Ja, ich habe einen Mißerfolg einstecken müssen. Ja, ich bin heute müde und nicht so leistungsfähig wie sonst. …und immer fröhlich so weiter.

Da fällt mir ein Schwank aus meinem Leben ein. Damals hatte ich einen Studentenjob und kam unter den mißgünstigen Augen einer frustrierten Chefin mit einem Studentenkollegen zusammen, was ihr ein Dorn im Auge war. Sie verlängerte meinen Vertrag nicht, obwohl ich schon jahrelang fleißig und zuverlässig für sie gearbeitet hatte. Damals hat mich das aus den Latschen gehauen, denn ich fühlte mich ungerecht behandelt und war auch ganz pragmatisch auf mein Gehalt angewiesen. Schnell fing ich also eine neue Stelle an, wo ich meinen jetzigen Freund und Babypapa kennenlernte. Wir kamen erst Jahre später zusammen, aber hätte mich die alte Chefin nicht gekündigt, hätte ich nie den Job gewechselt, nie den Mann kennengelernt, mit dem ich jetzt alles teile, und nie die Familie gehabt, die wir nun zusammen haben.

Es war also, aus heutiger Sicht, ein Glücksfall, dass ich mir eine neue Stelle suchen musste. Ich kann der zickigen Chefin dankbar sein und ihr heute gleichmütig gegenüberstehen, denn ich habe alles bekommen, was ich mir je gewünscht habe – und noch viel mehr.

Hätte ich damals doch gleich Ja zur Situation gesagt, anstatt mich aufzuregen. Hätte ich doch gleich erkannt: Ja, so ist es, ich muss mir einen neuen Job suchen und für irgendetwas wird das schon gut sein. Ich hatte ja keine Ahnung, wie schallend mein Ja zu dieser Situation einige Jahre später ausfallen würde!

Also sagt Ja zu größeren und kleineren Ärgernissen und macht das beste aus der jeweiligen Situation. Ob ihr die unfaire Entscheidung eines Chefs akzeptieren müsst oder eben nur Fenster putzen, ob die Milch verkippt oder das Kind einen schlechten Tag hat – JA, so ist es. Man kann es nicht ändern und kann es dann auch gleich so hinnehmen, wie es ist.

Einmal hat es bei uns fürchterlich aufs Parkett im Schlafzimmer geregnet und meine erste Reaktion war zornig. Doch dann musste ich lachen, habe Handtücher geholt und mit dem Kind gewischt, das sich sehr gefreut hat. — Ja sagen. So schlimm ist es meistens nicht!

 

 

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