Spültücher und Waschlappen stricken

Ich bin verliebt! Zunächst ein Fehlkauf habe ich mir gestern meine zwei Knäuel Bergere de France aus dem Schrank geholt, damit endlich etwas aus ihnen wird. Ich konnte sie da nicht mehr so traurig und halbgeribbelt liegen sehen und wollte ein paar schnelle Hebemaschen stricken, nach Sandras Strickmuster aus ihrer Spülreihe Designhoch12.

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Die Wolle ist genau starr genug, um zu rubbeln, aber nicht zu hart, sodass man sie auch als Waschlappen oder Gesichtsrubbelchen verwenden kann. Was das Material angeht, bin ich gespannt, denn das Garn besteht zu je 50% aus Wolle und Baumwolle. Nicht zu heiß waschen also. Die Mischung fühlt sich allerdings so toll an, dass ich nicht widerstehen kann, die Läppchen bei ihren verschiedenen Waschaufgaben zu testen.

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Das kleine Hebemaschenmuster finde ich total hübsch und wiederhole mich, wenn ich sage, dass die Einfachheit der Hebemaschen genauso überzeugt, wie ihr immer wieder toller Effekt! Ich finde die Kombination mit hellem Grund und lila Tupfen schöner, um mich herum wird allerdings das Negativ dem Positiv vorgezogen 🙂

Ich muss weiter stricken. Das Muster macht süchtig!

Verlinkt bei Auf den Nadeln März.

Vom Neinsagen

Ein fröhlich-montägliches Hallo in die Runde!

Heute gibt es bei mir keinen Blick auf meine Nadeln, da alle Projekte der vergangenen Wochen noch auf ihnen schlummern. Meine Strickjacke nach Lotildas Anleitung wächst, aber dazu die Tage mehr. Die vergangenen Tage waren zudem stricktechnisch eher von Stagnation geprägt, da ich für meinen Sohn eine Clownsweste zu Fasching stricken wollte, mich aber derart an der bunten und leider sehr starren Glitzerwolle abgearbeitet habe, dass ich gestern resignieren musste. Heute wird also was gekauft. Eine Dokumentation der Anläufe zum Clownskostüm erspare ich Euch an dieser Stelle lieber… und ich selbst möchte das auch nicht noch einmal durchleben, wenn Ihr versteht.

Ich sage also Nein und finde mich damit ab, sage wiederum Ja zum Kaufkostüm. So ist es eben manchmal. Mit dem Nein habe ich allerdings des öfteren so meine Problemchen, so wie neulich:

Unsere Nachbarin ist gestorben. Das ist schade. Der Grund ihres Ablebens ist mir unklar, jedoch haben sie und ihr Mann wirklich keinen gesunden Lebenswandel geführt. Viel Alkohol und viele Zigaretten. Sie waren vernarrt in unseren Sohn, doch sind wir uns, lebenswandelbedingt, eher selten im Treppenhaus begegnet.

Nun klingelt der Witwer häufiger an unserer Tür und hat Kuscheltiere an unser Kind zu verschenken, die in der Nachbarwohnung offenbar Jaaahre auf dem Sofa gefristet haben und entsprechend zig Wäschen benötigen, ehe der kalte Zigarettengestank weicht. Die Kuscheltierannahme und -verwaltung haben wir, die Eltern, allerdings entspannt im Griff. Auch einen Bademantel seiner Frau hat der Nachbar mir schon geschenkt, der so gut wie ungetragen und sehr neu war, daher problemlos bei Oxfam abgegeben werden konnte. Doch letzte Woche kam eine neue Dimension der nachbarschaftlichen Spenden hinzu, als mir eine Jacke der Frau angeboten wurde.

Während wir in der offenen Tür mit dem Nachbarn sprachen, waberte der wirklich dolle Gestank aus der Nachbarwohnung herüber und ich, benebelt und überrumpelt, wusste nicht, wie ich die mir angebotene Jacke ablehnen sollte. Sie war so unfassbar scheußlich, uralt, in irgendeinem Jahrzehnt auf Vintage gemacht, mit gruseligen Farben und völlig ohne Schnitt. Vom Gestank mal ganz zu schweigen. Zunächst dachte ich, es sei eine Männerjacke, verstand dann aber, dass dieser schrecklich stinkende Lappen eine Gabe an mich sein sollte.

In meiner nervigen Gutmenschenart wusste ich nicht, wie ich ablehnen soll. Man hätte natürlich sagen können: „Ach, Herr X, das ist sehr nett, aber wissen Sie, ich habe schon so viele Jacken… blablabla“ oder „Herr X, das ist nicht so mein Stil, trotzdem vielen Dank“ – oder einfach: „Nein, danke.“ Von allen Antworten, die mir im Universum zur Verfügung standen, musste ich allerdings erstmal zurücktreten und überlegen, ob ich einfach annehmen und die Jacke sofort wegwerfen soll, einfach um der Situation zu entkommen. Dann die schnelle Erkenntnis: Oh Gott, dann bringt er ja immer mehr Klamotten rüber, die ich allesamt ungesehen wirklich überhaupt gar nicht haben will. Meine unfassbar blöde Antwort lautete also, unfähig, den Mann zu kränken: „Soll ich sie mal anprobieren?“

Ich lache mich heute schief über mich, hatte das Angebot aber überhaupt nicht kommen sehen und war daher sozial irgendwie gelähmt. Passiert mir leider manchmal. (So wie damals, als ein zu stark parfümierter Mann meine Wohnung für das Doppelte untermieten und mir eine Reise nach Paris schenken wollte, und ich nicht intervenierte, als er die Flüge schon telefonisch mit seiner Sekretärin absprach, aber das ist eine andere Geschichte.) Da stand ich also in meinem Flur, die Jacke in der Hand, vom Bügel, angezogen, sah in den Spiegel und wollte unbedingt ein Foto machen. Ging aber nicht, weil: nett sein. Der stinkende Lappen war derart grotesk in allen Kategorien, dass ich zu sagen wage: Sowas habt Ihr noch nicht gesehen und solch modische Häßlichkeit konnte ich mir nicht vorstellen! Die Schulterpolster standen gut und gerne 15 cm seitlich über das Zelt, was mir ein gutes Argument gegen die Jacke schien.

Ich also: „Oh, Herr X, gucken Sie mal, die ist mir leider viel zu groß.“

Er, überrascht: „Zu groß?“

Ich: „Ja, komisch, Ihre Frau war doch so klein. Aber naja, hmm, nee, die passt wirklich nicht so richtig. Aber danke trotzdem.“

Der enttäuschte Nachbar nahm die Jacke zurück und verabschiedete sich langsam. Derweil stand mein Freund mit Kind auf dem Arm die ganze Zeit neben mir, still und in Horror aufgelöst, und rannte, sobald die Tür geschlossen war, los, um uns Händedesinfektionsmittel zu holen. Meinen Pulli wurde ich gedrängt, umgehend in die Wäsche zu tun und die nächste halbe Stunde wurde an mir geschnüffelt, ob ich jetzt nach Nachbars stinke. Tat ich wohl nicht. Glück gehabt.

Memo an mich selbst: Nächstes Mal Nein sagen. Einfach: Nein, danke. Und wenn man ablehnt und jemand gekränkt ist, dann ist das so und dieser Jemand wird es überleben.

Andererseits bin ich mir selbst auch für die Geschichte und das Lehrstück im Neinsagen dankbar, denn ich muss wirklich herzlich über mich selbst lachen, was gut tut. And when you hit rock bottom, the only way is up.

Tips fürs umschweiflose Ablehnen von Angeboten gerne in den Kommentaren. Oder Geschichten von gescheiterten Versuchen.

Habt eine schöne Woche und steckt Eure Grenzen immer fein ab, denn das ist nicht egoistisch (merken!), sondern ehrlich und letztlich respektvoll.

Wo kommt der Wunsch nach Ordnung her? – (m)ein Erfahrungsbericht

Warum interessiert mich das Thema Ordnung – Ausmisten, Ordnung schaffen, Ordnung halten (haha) – dieser Tage so sehr? Es ist zu einem wahren Lieblingsthema gereift und täglich sortiere ich aus, schaffe idealerweise Platz, verschenke und spende Ausrangiertes und überlege, welche die nächste Baustelle wäre, welches Eckchen oder Schrankfach also als nächstes dran kommen soll. – Woher kommt das?

Eine Freundin von mir erzählte mir mal vor Jahren, dass sie nicht schlafen könne, wenn der Schreibtisch nicht aufgeräumt sei. Dann müsse sie aufstehen, ihn aufräumen und könne erst dann wieder ins Bett gehen. Das gleiche, wenn sie wisse, in der Küche stünde die Spüle voll. Ich fand das damals witzig und kannte dieses Gefühl wirklich überhaupt nicht. Jedoch fand ich es ganz offensichtlich (wie sie selber glücklicherweise auch), dass dieses kompulsive Aufräumen etwas im Innern kompensieren sollte, in ihrem Fall ein Chaos in der Familie, für das sie sich schon immer als Vermittlerin verantwortlich gefühlt hatte.

Daran sieht man’s mal: Unsere (Un)Ordnung spiegelt unser Inneres wider.

Ich war immer eine ordentliche Person, was aber in meinem Zimmer paradoxerweise nie zu sehen war. Erst jetzt, in der Rückschau, sehe ich, dass ich insgeheim immer schon ordentlich und sortiert war. Und warum kann ich das erst seit einigen Jahren verstärkt auch außen leben?

Nicht, dass der Eindruck aufkommt, bei uns sei es immer ordentlich. Pfff, ganz bestimmt nicht, aber ich arbeite daran, dass wir keinen überflüssigen Kram besitzen. Und wenn doch, dann soll er uns erfreuen. Mit Kind ist ohnehin jede Ordnung schneller dahin, als man es sagen kann, und das finde ich völlig ok.

Allerdings kann ich jetzt (als Erwachsene, Mutter, usw.) manche Konflikte in meiner Vergangenheit klarer sehen und aufarbeiten. Manches ist mit einer einfachen Einsicht oder einem Umdenken getan, anderes ist aufwändiger und schmerzhafter. Aber wo ich emotionalen Ballast erkenne, möchte ich ihn doch abwerfen. Im Zuge dessen steigt mein Bedürfnis nach Ordnung und meine Lust (!) zum Aufräumen sehr spürbar an. Wenn man innerlich Ballast abwirft, kann und will man es nämlich auch äußerlich.

Jeder hat Ballast, den er bearbeiten kann – zerbrochene Beziehungen, Ärger, Komplexe, Konflikte mit den Eltern, Ängste, Hemmungen, frühere Hänseleien, mangelnde Selbstliebe, usw. Das sagt nichts über Elternhaus oder Charakter aus, sondern gehört ganz einfach zum Leben. Je mehr Themen wir also abarbeiten (nicht, um einen Preis zu gewinnen, sondern Schritt für Schritt und um unserer selbst willen), desto mehr Ordnung entsteht in uns oder desto mehr Raum wird sinnbildlich für anderes frei. Dieser neue Raum will sich dann auch in unserem häuslichen Umfeld widerspiegeln, weil Wohnen nunmal so funktioniert, dass es uns mit unseren Geschichten, Sehnsüchten oder eben auch Befangenheiten abbildet.

Wer sich also schon lange an dem Chaos in seiner Wohnung stört, nicht weiß, wo er anfangen soll, lethargisch ist, keinen Antrieb und vielleicht sogar Angst vor dem ganzen angehäuften Kram hat, der braucht im besten Fall zwei Tassen Kaffee und eine Freundin, die fleißig und motiviert hilft, doch in vielen Fällen muss er oder sie vielleicht nach tief innen gucken und fragen, was da so schlummert und hemmt.

Traut Euch also an Eure Vergangenheit oder Euren Ärger, sprecht mit Freunden darüber oder schreibt Dinge auf, und steckt Euch kleine (gerne auch kleinste) Aufräum- oder Ausmiteziele! …Es wird süchtig machen 😉

Meine Strickjacke im Halbpatent nach Lotilda

Nachdem ich schon mehrmals über mein Vorhaben für 2017, mich nämlich vermehrt ans Stricken von Pullovern oder Jacken zu wagen, geschrieben habe (hier ganz besonders), muss ich endlich auch Taten folgen lassen. Bevor ich jedoch neue Wolle für ein neues Projekt kaufe, wollte ich unbedingt noch meine Resteverwertung voranbringen. Ich ja schon im letzten Jahr versucht, soviel wie möglich aus meinen Resten zu stricken (hier habe ich darüber berichtet) und habe bereits vor einer Weile eine Auswahl an Resten zusammen gestellt, die in Farbe und Qualität gut zusammen passt. Diese Auswahl war immer für ein Oberteil gedacht und so habe ich mich endlich mal daran gemacht, meine bereits angenadelte und dann ein klein wenig vernachlässigte Strickjacke im Halbpatent von Lotilda wieder aufzunehmen und weiterzustricken. Die kostenlose Anleitung von Lotilda findet Ihr hier.

Das Stück wird zweifädig gestrickt. Ein Faden ist bei mir durchgehend grau, wenn ich auch verschiedene Knäule und Restknäule verwende, sodass die einzelnen Farbtöne etwas variieren. Das stört mich aber nicht, im Gegenteil. Die anderen Farben sind wie folgt:

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rechts liegen die Farben für die Vorderteile angeordnet

Am Bündchen immer schwarz. Auf Vorder- und Rückteil folgen dann blau und lila. So sieht der Anfang des einen Vorderteils aus:

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Das Blau ist etwas dunkler als hinten, der Grauton auch, aber die kleinen Unterschiede bei grundsätzlich gleicher Folge gefallen mir.

Für die Ärmel werde ich zwei Reste violett ansetzen. Sollte ich damit nicht hinkommen, muss ich mal überlegen…Hier könnt Ihr die Wollreste sehen:

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Grau werde ich nachkaufen müssen oder auf das ganz blasse rosa auf der rechten Seite umsteiten. Das helle Blau in der Mitte werde ich womöglich gar nicht verbrauchen, das hängt davon ab, wie weit ich letzlich mit den Resten komme oder ob ich plötzlich doch noch ein bißchen Abwechslung haben möchte. Ich bin selbst ein bißchen gespannt, wofür ich mich entscheide, wenn die Reste früher enden als gedacht. Und auf die fertige Jacke bin ich auch sehr gespannt! Man kommt schnell voran, da mit den Nadeln 7 und 5 schneller Fortschritt im Grunde unumgänglich ist. Und wie schön es doch ist, sich beim Stricken das fertige Stück vorzustellen, es sich aber gleichzeitig nicht so ganz richtig vorstellen zu können. Kennt Ihr das? Das ist verwirrend, macht aber den kreativen Prozess und die Vorfreude aus.

Schrecklich graust es mir vor dem Zusammennähen des Vorder- und Rückteils im Maschenstich. Ich habe schon mal anklingen lassen, dass dieser Stich, der am Ende einen nahtlosen Übergang schafft, mein Graus ist. Ich kriege ihn einfach nicht hin – schon gar nicht im Halbpatent. Aber ich werde mir etwas einfallen lassen müssen und herumfriemeln, bis es passt… Dieses hier könnte ein gutes Tutorial sein.

Ein Tragefoto wird folgen, doch zunächst befindet sich die Jacke noch Auf den Nadeln im Februar 🙂

Montagsideen #8

Endlich mal wieder kommen meine Montagsideen im Blog! Es war still hier in den vergangenen Wochen, weil ich krank darnieder lag. Als es etwas bergauf ging, wurde auch noch der kleinste krank und dann fiel die Tagesmutter aus, wenig überraschend krankheitsbedingt. … Wenn man kein Glück hat und auch noch Pech dazu kommt.

Aus dieser schönen neuen Tasse von Debbie Bliss konnte ich meinen Hustentee trinken, das war immerhin ein kleiner Spaß:

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Umso schöner, wenn ich mal wieder Zeit habe, zwei Reihen zu stricken, denn viel war stricktechnisch hier in den letzten Wochen leider nicht los. Trotzdem habe ich es geschafft, einen neuen Handschuh nach Stichfests Muster Fargerik anzuschlagen, den ich ja bereits im Herbst teststricken durfte, wie hier berichtet. Das Muster ist leicht und eingängig, aber wie ich finde wirklich schön. (Ich hatte ja auch schon eine Stulpenvariante mit den gleichen Garnen gestrickt, wie hier gezeigt.)

So ging es diesmal also los:

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Gestern abend kamen ein Stück des Daumens (man beachte den Aftertoughtfaden im oberen Foto) und die Spitze dazu:

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Immer mal zwischen den Projekten stricke ich ein paar Socken. Macht mir einfach Spaß und ist immer ein schönes Geschenk. Gerade heute früh habe ich gesehen, dass durch eine wirkliche Blödheit meinerseits (auf die ich hier aus Peinlichkeitsgründen nicht weiter eingehen werde) ein Großteil meiner selbstgestrickten Socken weg kann. Einerseits schade und ärgerlich, andererseits auch halb so wild, weil die allermeisten Socken schon einige Jahre alt und etwas geschrumpft sind. In der letzten Zeit habe ich immer nur die gleichen drei Paar Wollsocken getragen. Zudem habe ich mich oft gefragt, warum ich immer nur anderen neue Socken stricke und nie so recht mir selber. Das muss sich jetzt also ändern und diesen Anstupser habe ich wohl gebraucht. Auf meine neue Sockenkiste freue ich mich schon richtig und bin ungeduldig, mir schönes Garn auszusuchen!

(An dieser Stelle ein Verweis zu meinem Beitrag übers Ausmisten, denn die durchs Loslassen freigesetzte Energie kann man gar nicht hoch genug einschätzen! Das merke ich sogar im Fall meiner zunächst eher unfreiwillig hergegebenen Socken. Traut Euch und schafft Platz!!)

Ich habe schon einmal darüber geschrieben, dass ich eigentlich immer eine Käppchenferse stricke. So habe ich es von meiner Oma gelernt und lange Zeit auch nicht hinterfragt. Dann habe ich die Toe-up-Socken ausprobiert und verkürzte Reihen gelernt, sowohl in Form von Wickelmaschen (finde ich schrecklich) und sog. German Short Rows. Das sind die, bei denen man so feste am Faden zieht, dass die zuletzt gestrickte Masche sich doppelt über die Nadel legt und genau so später wieder abgestrickt wird. Das finde ich eine ganz schöne Ferse, wenn ich auch das Käppchen immer noch lieber mag und die Toe-up-Variante im Ganzen nicht so toll finde. In den USA strickt man anscheinend immer von der Spitze her, so zumindest wirkt es auf Instagram 😉 Aber ich finde dann den Abschluss am Bündchen zu lappig, auch wenn ich eine Nadelstärke kleiner nehme.

Nun denn. Die Ferse jedenfalls kann man ja auch noch auf tausenderlei andere Weisen stricken und sehr beliebt ist offenbar die afterthought heel, zu der es wiederum viele Varianten gibt. Der Trick ist, dass zunächst ein Afterthoughtfaden eingestrickt wird (wie ja oben bei Fargerik auch), der dann, wenn die ganze Socke fertig gestrickt und abgekettet ist, entfernt wird und von dort die Ferse nachträglich gearbeitet. Dazu habe ich ein Tutorial von Arne und Carlos gefunden, das dieses Wiederaufnehmen der Maschen schön bebildert und auch eine Ferse zeigt, die ich noch nicht kannte. Die Reihen werden dabei dergestalt verkürzt, dass jede zweite Runde eine rechts gestrickt und dann zwei zusammen gestrickt werden – am Reihenende umgekehrt. So spitzt sich die Ferse beliebig weit zu…

…und am Ende kommt der gräßliche Kitchener Stitch, fürchte ich. Ich habe es wirklich des Öfteren und mit verschiedenen Tutorials versucht, aber der Kitchener Stitch ist mir ein Graus! Das wird bei mir nichts und ist eine einzige Qual… Tips und Links gerne in den Kommentaren 🙂

Und dann habe ich auf Instagram bei naanknits ganz tolle Mützen aus einem wunderbar einfachen Wubbelmuster gefunden, aus dem Marisa von Maschenfein neulich ein Tuch designt hat. Ebenfalls auf Instagram zeigt mllesophie ein Tuch ebenfalls aus dem Muster, nur in sehr viel dickerem Garn. Das gefällt mir, das Muster. Für Pullover finde ich es nicht so super geeignet, aber man könnte z.B. eine schöne Babydecke daraus machen…

Euch allen eine inspirierte und ideenreiche Strickwoche!

 

Verlinkt bei Auf den Nadeln Februar.

 

Von Stehrümmchen und Ausmisten

Dieser Beitrag befasst sich mit Stehrümchen und Nippes – Figürchen, Kerzenhalter jeder Art, jahreszeitlich stimmungsvolle Anhängerchen – denn ich befasse mich mittlerweile so sehr mit Ornung (schaffen, halten, sich daran erfreuen), dass ich vielleicht eine neue Rubrik auf meinem Blog einführen sollte. Sachen, Dinge, Besitztümer sind nicht nur leblose Dinge, die wir anhäufen und eben besitzen. Vielmehr besitzen sie auch uns, verlangen Aufmerksamkeit und Energie und können uns erdrücken und lähmen. (Frl. Ordnung schreibt viel dazu.)

Eine Nahrungsgruppe, die sich für mich besonders erdrückend anfühlen kann, ist Nippes. Kram. Zeug. Sachen. Stehrümchen und Kerzenhalter. Staubfänger und Vor-Bücherreihen-Steller.

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Mein kleiner Findus ist einer, der vor einer Bücherreihe steht und bleiben darf, weil ich ihn so mag

Allgemeine Deko gerne, jahreszeitliche Deko auch, aber für mich unbedingt in Maßen. Ich habe noch nie einen Osterstrauß aufgestellt und habe doch die passenden Anhänger dafür. Unsere Wohnung ist allzeit voll von Spielzeug und durch die Gegend geschleppten Gegenständen, die der Sohn irgendwo findet, begutachtet und mit sich durch die Flure zieht. Regelmäßig und sogar gerne räume ich alles immer wieder an seinen Platz und erfreue mich für fünf Sekunden der neuen alten Ordnung. Das ist alles völlig ok, da will ich mich gar nicht beschweren. Allerdings schraube ich gleichzeitig meine eigene Kramerei herunter.

Ich besitze viele Bücher und – Überraschung! – viel Wolle, viele Strickprojekte liegen herum und mein Schreibtisch ist immer voll und von den anderen nur ja nicht anzurühren. Und dann ist da natürlich Kleidung (- auch ein ganz besonderes Thema, das mich in Sachen Ordnung und Ausmisten schwer beschäftigt). Damit nimmt mein Kram genug Raum ein und mein Bedarf daran, mich mit meinen Besitztümern zu befassen, sie zu überblicken, verwalten und ordnen, ist gedeckt. Alle Kapazitäten, die ich dafür in mir habe, sind ausgeschöpft und alles Weitere an Krams und Zeugs macht mich müde und erdrückt mich.

Deko ist gefährlich! Ganz einfach deshalb, weil man sich schnell an sie gewöhnt und den Blick dafür verliert, dass es ohne sie oft ehrlicherweise schöner wäre. Und weil Leute einem Dekoartikel schenken (wie z.B. die Osteranhänger). Und weil es so verführerisch ist, andauernd neue zu kaufen. Doch was könnte schlimmstenfalls passieren, wenn ich alle Teelichthalter los würde? Oder wenn ich allen Kleinkram auf meinem Tassenregal in den Mülleimer fegte? Fände ich die leere Holzoberfläche, die mein Opa extra für mich so schön dunkel lackiert hat, nicht viel schöner? Und sagen mir die Anhänger nicht jedes Jahr, dass ich schon wieder keinen Strauß aufgestellt habe?

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Ein Engelchen an meinem Bett (blöd zu fotografieren) bleibt auch, weil es mich froh macht, wie es da auf meiner Lampe sitzt

Ich habe mich zum Jahresende von viel Kleinkram getrennt und das war gut. Außerdem habe ich Hosen, Pullover, Bücher und Geschirr aussortiert und verkauft, verschenkt oder gespendet und bin auch jene Sachen losgeworden, die man aussortiert, aber dann doch nie wegwirft, weil es einem Leid tut. Diese Sachen scheinen mir gefährlich, denn man will sie loswerden, tut es aber nicht, und so rauben sie einem weiterhin Energie und stellen (in meinem Fall) das Schlafzimmer voll.

Ich habe immer eine große Leichtigkeit verspürt, nachdem ich meine Kammer ausgemistet hatte. Und vor vielen Jahren habe ich die Regel eingeführt, dass immer, wenn ich ein Kleidungsstück kaufe, ein anderes gehen muss. Doch früher war der mit Dingen verbundene Energieaufwand eine Sache. Jetzt, als Mutter, ist er eine andere. Ich brauche meine Energie für meine Familie, unseren Alltag und meine Arbeit. Wenn ich auch noch lauter Krams, Kerzenständer und im Grunde meines Herzens Ungeliebtes oder mir Gleichgültiges verwalten muss, streikt etwas in mir und ich werde müde und schlapp.

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Eine Postkarte von einer Freundin aus England – royaler Kitsch, der mich erfreut und daher an der Wand über meinem Schreibtisch seinen Platz hat

Wer mit viel Deko glücklich ist, hat meinen Segen. Dafür ist sie ja da, sie soll Leute froh machen. Für mich ist das allerdings seltener der Fall, als ich mein Leben lang dachte. Für mich ist weniger Deko eher mehr, zumindest in unserer Wohnung. Also trenne ich mich und stelle fest, dass der einzige Dekogegenstand, um den ich weinen würde, ein Holzengel ist, den ich von meiner Oma habe.

Wie haltet Ihr’s mit dem Aufräumen und Aussortieren? Ich kann für meinen Teil sagen, dass das Aussortieren, wenn man sich mal ran wagt und zur Routine werden lässt, süchtig macht 🙂 Und es gibt immer etwas zum Aussortieren – man staunt!

Montagsideen #7 … am Dienstag

Ein frohes neues und strickreiches Jahr wünsche ich Euch! Meine letzten Wochen waren vollgepackt und irgendwie ermüdend und so kommt es, dass es erst jetzt, nach einiger Stille, den nächsten Blogbeitrag gibt. Der Verdacht, über den ich nach dem Anschlag in Berlin hier schrieb, ist traurige Gewissheit geworden. – Umso wichtiger, das Augenmerk auf die schönen Dinge zu lenken, die Farben der bunten Garne auf den Nadeln zu würdigen und über Schönes und Erfreuliches zu reden! 🙂

Als erstes fertiges Projekt des neuen Jahres, hier zu sehen auf Instagram, habe ich dem Kleinsten einen Eulenpulli gestrickt (über den ich hier schon einmal schrieb). Gleich im Anschluss das zweite fertige Projekt, nämlich ein Dreieckshalstuch für das Männlein:

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Des weiteren wächst mein Hinatatuch in blau-blau:

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Das Garn dazu gab’s von der Schwiegermutter zu Weihnachten aus dem Maschenfeinshop. Die Blautöne sind weit weniger knallig als auf dem Bild und die Mohairwolle ganz superoberweich…

Aktuell auch auf den Nadeln: Eine neue Carousselstrickjacke für das Männlein aus Merino Air:

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Das Kind wächst unaufhaltsam, aber die Vorräte machen’s möglich, schnell mal am Wochenende was Neues anzuschlagen. Bislang hatte ich diese Jacken immer mit Ärmeln gestrickt, habe diesmal aber die Variante ohne Ärmel gewählt, da das gute Stück erst in den nächsten Wochen oder Monaten so richtig zum Einsatz kommen wird. Die Wolle ist warm genug, auch ohne Ärmel. So ähnelt das Teil eher einem Pullunder als einer Jacke, was aber auch schön ist, finde ich.

Außderm bin ich auf eine Dawandaanleitung für ein Stirnband gestoßen (wirklich erklärt für blutige Anfänger), gefunden bei Meffeline und nachgestrickt aus Resten meines Wintertuches, das ich sehr oft trage und das zufälligerweise auch in einem sehr artverwandten Dornröschenmuster gestrickt ist, genau wie das Stirnband. Passt und wärmt = geglückte Mission.

Bei Dreareneeknits gibt es den wunderbaren Find Your Fade KAL, bei dem ich so gerne mitgemacht hätte… Sooo viele schöne Fades sind auf Instagram zu sehen… Doch dieses Projekt ist mir im Moment zuviel, denn ich habe noch so viele andere Dinge hier liegen, die warten. Schade, aber vielleicht ein anderes Mal.

Eines dieser Projekte, die da harren, ist ein Pullover. Meine erklärte Mission 2017 ist es ja, Mut zum Pulli zu beweisen – auch für große! An Kinderpullis habe ich mich mittlerweile oft getraut und mich dabei vermehrt gefragt, warum ich vor Pullovern für mich selber so zurückgescheut bin, mit einer einzigen Ausnahme. Hier schrieb ich darüber bereits.

Eine weitere Mission für das neue Jahr (nach dem ernüchternden Pulloverdesaster nach der Schwangerschaft, das ich in besagtem Beitrag erwähne): Ich wünsche mir einen Kleiderschrank voller Lieblingsteile und möchte viele davon (und deutlich größere als bisher) gerne selber herstellen. Und für andere Dinge macht das Shoppen ja auch Spaß 😉

 

Verlinkt bei Auf den Nadeln – Januar.