September = Malabrigomonat

Happy early birthday to me!!!

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Mein Campside Shawl ist rechtzeitig fertig geworden, wurde gewaschen und gespannt und ist nun mein Geschenk an mich selbst geworden. Ich li-hiiiiebe diese tolle Farbe (Teal Feather), die leider ganz schlecht zu fotografieren ist.

Zwei Stränge habe ich verarbeitet und soviel ist übrig geblieben:

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Ich hätte das Tuch mit diesem dritten Strang in der Farbe Pearl noch verlängern können,

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aber da ich das Tuch in einer Nadelstärke weniger gestrickt habe, als angegeben war, musste ich viele extra Reihen stricken, die Lochmustercharts also häufiger abstricken als angegeben, und so ergaben sich lange, lange Reihen mit Stephen West Potential… Noch länger wollte ich da einfach nicht dran stricken und mir dadurch womöglich den Spaß versauen, denn bis hierhin hat mir jede Masche Spaß gemacht! Ich kann die Anleitung (gratis!) nur allerallerwärmstens empfehlen.

Aus dem schönen Hellgrau habe ich, während das Tuch noch gebadet hat, den Welted Slouch von Stephen West angeschlagen und vertraue auf seine exzellenten Anleitungen, denn bislang habe ich nur eine ungefähre Idee, wie hieraus eine Mütze werden soll:

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Das Stricken aber macht großen Spaß und diese kurzen Reihen sind nach dem Tuch einfach herrlich!

Des weiteren liegt ein Adventskalender für den (noch) jüngsten im Haus auf den Nadeln, bei dem ich noch an meiner Faenspannung arbeiten muss, wie immer beim Faire Isle Stricken,

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und eine Babyhose, die ich auf Julias Blog bestaunt habe. Sie strickt den Hosenmatz, doch ich wandle ihn etwas ab. Ich stricke, als schwangere, mal aus dem Bauch heraus. Vermutlich werden aber alle meine Babysachen zu groß, weil mein großer Sohn mit 2 Jahren schon so groß ist, dass ich mich mit den Neugeborenenmaßen bestimmt verschätze. Bei unserem Winterbaby wird man dann vielleicht ein paar Wochen lang krempeln müssen.

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Ich wünschte ich hätte mehr Zeit (und keine doofe Doktorarbeit fertigzustellen), dann könnte ich noch so viele tolle Kinderpullis und -hosen stricken, endlich eine Strickjacke für mich anschlagen und endlich, endlich den Magic Marled Shawl stricken, der vor Monaten angeschlagen wurde und für den ganz viele Wollreste bereit liegen… Aber wem geht es nicht so, oder?

Verlinkt, gerade noch so, bei Marisas Auf den Nadeln September

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Im September auf meinen Nadeln

Der August hat viele WIPs und auch ein, zwei FOs mit sich gebracht, wie z.B. diese fertige Pairfect Pants (die allerdings nicht aus Pairfect Garn gestrickt ist):

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Ich finde, dass sie für das angegebene Kindesalter deutlich zu groß ausfällt und auch einen für meinen Geschmack zu lockeren Abschluss am Bauchbündchen hat – und das trotz eines eingestrickten Gummis. Allerdings ist sie natürlich noch nicht trageerprobt, da das bestrickte Kind erst im tiefen Winter auf die Welt kommen wird. Ich bin also gespannt, ob meine Vorbehalte berechtigt sind.

Derweil hat Sophia weitere Kinderprojekte in der Mache, auf die ich furchtbar gespannt bin: Nämlich eine weitere Hose, einen Body und einen Pulli. Die müssen alle drei in unseren Babykleiderschrank einziehen! Grundsätzlich habe ich nämlich mit Sophias Handschuhdesign Fargerik allerbeste Erfahrungen gemacht und überlege immernoch fieberhaft, wo ich mir die Zeit für ein weiteres Paar aus den Rippen leiern kann. (Das zunächst vermurkste Paar mit den zwei rechten Daumen aus dem letzten Post ist übrigens mittlerweile zurück- und neugestrickt und tragebereit.)

Laut Blogtitel geht es ja aber um auf den Nadeln befindliche Projekte und da habe ich eines, in das ich ganz oberdoll verliebt bin. Gleichzeitig möchte ich es sofort tragen und noch so lange wie möglich daran weiterstricken, weil einfach jede Masche solchen Spaß macht! Die Rede ist von Alicia Plummers Campside Shawl, der auf Ravelry zum kostenlosen Download zur Verfügung steht. Molly von A Homespun House hat mich in einem ihrer früheren Podcasts mit dem Campsidevirus infiziert und nun verstehe ich, was sie an dem Projekt so toll fand. In Gedanken plant man sofort die Nummer zwei. Hier aber erstmal die aktuelle Version:

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Da ich mit Malabrigos wunderschöner und insgesamt einfach zum Verlieben toller Mechita Merinowolle stricke (Farbe Teal Feather, einfach unmöglich zu fotografieren in ihrer satten Smaragdschönheit), muss ich mit einer Nadelstärke weniger arbeiten als die Anleitung vorsieht, was wiederum dazu führt, dass ich deutlich mehr Wiederholungen des Musters stricken muss. So entstehen sehr lange Reihen… Allerdings bin ich in guten zwei Wochen, in denen ich daran arbeite, schon fast bis zum Ende fortgeschritten und mache es mir nun zum Ziel, das Tuch an meinem Geburtstag in zwei Wochen tragen zu können. Das wäre ein tolles Geschenk für mich selber.

Von der gleichen Wolle habe ich noch einen Strang in der Farbe Pearl, der zu einem Welted Slouch von Stephen West verarbeitet werden soll. Und da ich bald wieder zu Mylys nach Hamburg fahre, wo ich diese tolle, tolle Wolle gekauft habe und wo es hoffentlich noch immer Stränge davon gibt, plane ich schon ein Pulloverprojekt aus Malabrigo Mechita. Hach! Entweder etwas von Joji Locatelli oder ein einfacher Raglan von oben – mal sehen.

Zum zweiten habe ich Socken auf den Nadeln, die ich selbst entwerfe und die gerne PROBEGESTRICKT WERDEN KÖNNEN – wer Interesse daran hat, melde sich in den Kommentaren. 🙂

Mein Babybody Pepita (eine weitere Gratisanleitung, diesmal von Martina Behm) ruht aktuell, da mir die 2mm Nadeln gebrochen sind… Sie waren sehr neu und ich nicht ruppig mit ihnen, aber das Material ist eben, nun ja, nur 2mm stark. Jetzt muss ich sie im Wollladen umtauschen, der allerdings nicht gerade um die Ecke ist, und so zieht sich das Projekt in die Länge. Doch im Moment stricke ich ohnehin nur am Campside Shawl.

Ich möchte immer dringender mal selbst Wolle färben, hat da jemand Erfahrung mit? Wenn ja, hinterlasst auch hierfür gerne einen Kommentar.

Frohes Stricken allerseits und genießt den tollen September, der doch immer der allerschönste Monat des Jahres ist!!!

 

Verlinkt bei Auf den Nadeln September.

ein paar Worte zu den letzten Monaten

… und plötzlich ist schon August! Eben noch war April und viel los auf dem Blog, doch dann kam eine schmuck- und stricklose Zeit. Unsere kleine Familie wartet fröhlich auf das zweite Kind…,

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doch Frühling und Frühsommer waren plötzlich von einer Übelkeit bestimmt, die durchs Stricken gemeinerweise noch viel schlimmer wurde. Der Gedanke alleine genügte. Tatsächlich habe ich monatelang gar nicht gestrickt! Ist das zu fassen? Zeitweise hatte ich Angst, dass die Lust aufs Stricken nie wieder zurückkehren würde, doch dann kam Mitte Juli und ich wagte mich an ein lang gehegtes Restesockenprojekt:

Verstrickt wurden dreierlei Opalreste aus dem Vorrat, der langsam kleiner werden muss. Besonders wenn ein zweites Kind kommt, will die Wohnung leerer und der Kopf klarer werden, und das heißt eben auch, dass Reste weniger und der Bestand übersichtlicher sein möge. (Sophia blogt ja auch gerade über ihr Projekt der Stashbezwingung und auch ich bin kein Neuling…)

Im Anschluss folgten Birds of Happiness, die zum Teil schon in den Besitz des Kindes übergegangen sind, daher hier nur drei Exemplare:

Der linke Vogel ist aus der Alpakasockenwolle von Sandnes entstanden, aus der ich endlich, endlich die irgendwann im Winter/Frühjahr begonnenen Socken mit Zopfmuster und extra langem Kuschelbein fertiggestellt habe:

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Irgendwo zwischendrin strickte ich den Antler Hat fürs Winterbaby aus Cascade Heathers:

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Da ich im Moment gerne Podcasts gucke, haben mich die Damen von Legacy Fiber Artz zu diesem Kindermützchen inspiriert – Chelsea hat fast den gleichen Stichtag wie ich und so wird es spannend, was die beiden für Kindersachen stricken. Mein Lieblingspodcast kommt von Molly von A Homespun House, wo ich zum allerersten Mal Wolle gekauft habe. Ich konnte dem August Yarn and Charm Club nicht widerstehen – das ist ihr „Club“, in dem sie jeden Monat ein Überraschungssockengarn verschickt, also einen Farbverlauf, den man vorher nicht kennt und den es auch außerhalb dieser Aktion nicht in ihrem Shop gibt. Dazu wird ein Charm oder Progress Keeper versendet. Der Club ist eine Spielerei, ganz klar, aber ich hatte eben Lust drauf. Die werdende Zweifachmama muss ja auch was für sich tun! Und mit dem gelieferten Garn bin ich sooo glücklich:

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Für mich könnte es gar nicht schöner sein! Jetzt warte ich, was der September Yarn Club bringt, denn dem konnte ich natürlich auch nicht widerstehen – es ist der Geburtstagsmonat von Molly und A Homespun House, aber eben auch meiner, sodass ich mich selbst beschenken konnte 🙂 Aus den sich so ansammelnden Strängen werde ich entweder wirklich tolle, superweiche Socken für mich selber stricken oder aber noch ein, zwei Knäuel dazutun und den Meandering Shawl von Stephen West daraus stricken – ich warte mal ab, was meine Inspiration mir sagt. Und Molly will im Herbst einen Gilmore Girls Club machen – das wäre ja auch eine potentielle Garnquelle und ein schönes Geburtstagsgeschenk, ähäm.

Auf einem Tagestrip an die Ostsee habe ich fleißig am ersten Weihnachtsgeschenk gearbeitet, nämlich an diesen Shorties:

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Und schon wächst das nächste Paar, ein bißchen größer und für mich:

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Ein neues Babyprojekt ist auch angenadelt, nämlich ein Strampler aus dem abgebildeten Buch:

Ich verwende das gleiche Garn wie auf dem rechten Bild (ich glaube: Mille Colori Baby), allerdings in einem anderen Farbverlauf:

Mein Stramplerprojekt, an das ich hochmotiviert und freudig gegangen bin, hat allerdings einen kleinen Dämpfer erfahren, als ich am Wochenende feststellen musste, dass die Handschuhe, die für eine liebe Freundin angepasst und fein vernäht wurden, folgenden Fehler aufweisen:

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rechts gedämpft, links ungedämpft, daher die Unterschiede in Struktur und Erscheinungsbild 😉

Mit zwei rechten Handschuhen lebt es sich nicht gut, und so wurde geribbelt und neugestrickt. Noch ist er nicht ganz fertig, der linke Handschuh, aber langsam wird’s…

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Man sollte vielleicht das elternmüde, abendliche Stricken doch gelegentlich ein paar Minuten früher ruhen lassen…

Soweit meine letzten vier, fünf Wochen… Es ist schön, wieder hier auf dem Blog angekommen zu sein, und ich will hoffen, dass hier wieder ein etwas regerer Austausch stattfindet. Pregnancy permitting…

Ich verlinke den Beitrag bei Auf den Nadeln August, da doch viele auf den Nadeln befindliche Projekte enthalten sind. Frohes Stricken allerseits!

 

Weil du es dir wert bist

Der Werbeslogan „Weil Sie es sich wert sind“ ist längst zum geflügelten Wort geworden. Aber was sagt er uns? Und benutzen wir ihn je ernst gemeint oder nicht meistens doch eher ironisch?

Lange Zeit waren mir die schönen Servietten für den Alltag zu schade, das gute Parfum auch, das gute Kleid sollte nicht an einem ganz normalen Tag getragen und zerknittert werden … und so weiter. Mit dem Ergebnis, dass vieles was „gut“, besonders oder einfach teuer war, lange ungenutzt herumstand und ich nie oder erst spät in den Genuss kam, es tatsächlich zu verwenden – und zu genießen. Woran liegt sowas?

Es liegt an einer albernen, falschen Bescheidenheit, die wiederum von zu geringem Selbstwertgefühl zeugt. Wenn wir uns selber lieben und wertschätzen (so wie wir alle es tun sollten), wenn wir finden, dass wir es verdient haben, uns mit schönen Dingen zu umgeben oder ein teures, besonderes Geschenk in vollen Zügen zu genießen, dann erfreuen wir uns zuerst an den guten Dingen und heben das Normale, Alltägliche für später auf.

Ich kann mich daran erinnern, dass ich immer zuerst die Gummibärchen gegessen habe, die ich am wenigsten mag (gelb, orange), dann kamen die mittelmäßigen (weiß) und dann die guten (rot und grün natürlich). Auch bei leckerem herzhaften Essen habe ich oft das beste bis zuletzt aufgehoben. Mit dem Ergebnis, dass es mir a) jemand weggegessen hat (Bruder oder Freund) oder b) ich das leckerste nicht mehr genießen konnte, weil ich schon satt oder das Essen kalt war. (Ich esse ja immer so langsam, weil ich viel rede. War immer schon so…) Blöde, aber jedes Mal das gleiche Spiel.

Erst in den letzten Jahren habe ich begonnen, das Besondere dem Alltäglichen vorzuziehen. Guter Tee schmeckt einfach besser als weniger guter – was den weniger guten immer noch völlig ok macht. Doch wenn ich die Wahl habe, dann nehme ich heute erst den guten und brauche ihn genüsslich auf. Danach kommt der nächstbeste.

Oder ich ziehe immer zuerst meine Lieblingsunterwäsche an, das Lieblingsoberteil, die bequemen Schuhe, etc. Was ich mir nicht leisten kann, kann ich mir nicht leisten. Das ist ok und da bin ich dann auch nicht traurig. Es gibt genug, was ich in meinem Leben genießen und wertschätzen kann, da wäre es absurd, dem, was ich nicht habe, hinterherzuweinen. Aber zum Geburtstag wünsche ich mir manchmal gute Haar- oder Hautpflege, weil es ein schönes und oftmals eben besonderes Geschenk sein kann. Und dann wird das entsprechende Produkt verbraucht und genossen! Weil ich es mir wert bin. Weil ich es verdient habe, mich wohl in meiner Haut zu fühlen. – So, wie es alle verdient haben! Dieses Jahr werde ich mir Massagegutscheine wünschen, weil ich als Mama einfach mehr als vorher auf meinen Körper und so Dinge wie Verspannung oder Fehlhaltung achten muss. Letzes Jahr war es Geld für Wolle, weil es einfach Spaß macht, gutes Material zu verarbeiten.

Seit ich Mutter bin, drücke ich die Wertschätzung mir gegenüber sowie meine Selbstliebe vielleicht etwas stärker aus, als zuvor. Vordergründig nimmt man sich mit Kind natürlich wahnsinnig zurück, doch weil das nicht spurenlos an einem vorüberzieht, kommt irgendwann ein Punkt, an dem es reicht. Ich fand die Geburt schwer und auch im Nachgang sehr von Emotionen behaftet – da habe ich begonnen, mir zu sagen, dass ich es gut gemacht habe. Wenn das Kind bald zwei wird, schicke ich mir selber einen Blumenstrauß, weil ich weiß, dass ich meinen eigenen Zuspruch brauche (und vielleicht auch meine Vergebung für Dinge, die anders gelaufen sind, als ich sie mir vorgestellt habe). Oder ein anderes Beispiel: Irgendwann konnte ich die Augenringe des Spiegelgegenübers einfach nicht mehr sehen. Da bin ich in den Fachhandel gegangen und habe mir gute Hautreinigung, guten (!) Concealer und gutes Puder gekauft – zum ersten Mal mit dem Anspruch, dass es einfach gut und mir eine Hilfe und Wohltat sein soll, statt ein Mittel zum Zweck. Seither gehe ich morgens viel lieber aus dem Haus. Nicht nur das Spiegelbild ist dabei entscheidend, sondern doch das Gefühl, dass ich mich selbst jeden Tag aufs Neue wichtig genug nehme, mir etwas Gutes zu tun. Sein eigenes Bedürfnis erkennen und darauf eingehen hat viel, viel mit Selbstliebe zu tun. So werden wir auch milder und liebevoller unserem Selbst gegenüber und können mehr verstehen und verzeihen, anstatt immer nur streng zu sein. (Und mit Strenge sich selbst gegenüber kenne ich mich wirklich aus… klick…)

Also, Mamas, Frauen, Freundinnen und fleißige Bienchen da draußen: Seid gut zu euch, gönnt euch die schönen Dinge im (alltäglichen!) Leben und sagt auch mal danke! Wir alle haben es verdient, eine schöne Überraschung, ein großzügiges Geschenk oder ein schönes Kompliment zu bekommen. Und wir alle dürfen morgens das Haus mit einem guten Gefühl verlassen und uns abends bei den müden Füßen bedanken, sie eincremen und hochlegen. Selbstliebe macht vieles, vieles leichter – Beziehungen an allererster Stelle. Menschen, die krankhaft an sich selbst zweifeln, können schlimme Energieräuber sein. Und Menschen im eigenen Umfeld, die einem Dinge nicht gönnen, gehören aussortiert. (Auch da habe ich gewisse Erfahrungen.) Sie gönnen eigentlich sich selber nichts und projizieren das auf andere, aber niemand hat das recht, uns unsere wohlverdiente (und mitunter hart erkämpfte) Selbstliebe madig zu machen! Du darfst es dir wert sein, mit breiter Brust und Schulterklopfer!

 

 

 

 

Vom JA sagen

Heute bloggt Frl. Ordnung darüber, dass man lästige Dinge nicht aufschieben, sondern einfach machen soll, und ihnen dabei keine große Bühne bieten, indem man meckert und bockt. Recht hat sie!

Ich habe einmal die etwas schwammig klingende, aber hoch wirksame Technik des Jasagens gelernt, die mir dazu einfällt: Ich sage Ja zur jeweiligen Situation. Etwa so: Ja, ich muss Fenster putzen, was nervig ist und keinen Spaß macht, aber es ist eben so. Ja, ich habe einen Mißerfolg einstecken müssen. Ja, ich bin heute müde und nicht so leistungsfähig wie sonst. …und immer fröhlich so weiter.

Da fällt mir ein Schwank aus meinem Leben ein. Damals hatte ich einen Studentenjob und kam unter den mißgünstigen Augen einer frustrierten Chefin mit einem Studentenkollegen zusammen, was ihr ein Dorn im Auge war. Sie verlängerte meinen Vertrag nicht, obwohl ich schon jahrelang fleißig und zuverlässig für sie gearbeitet hatte. Damals hat mich das aus den Latschen gehauen, denn ich fühlte mich ungerecht behandelt und war auch ganz pragmatisch auf mein Gehalt angewiesen. Schnell fing ich also eine neue Stelle an, wo ich meinen jetzigen Freund und Babypapa kennenlernte. Wir kamen erst Jahre später zusammen, aber hätte mich die alte Chefin nicht gekündigt, hätte ich nie den Job gewechselt, nie den Mann kennengelernt, mit dem ich jetzt alles teile, und nie die Familie gehabt, die wir nun zusammen haben.

Es war also, aus heutiger Sicht, ein Glücksfall, dass ich mir eine neue Stelle suchen musste. Ich kann der zickigen Chefin dankbar sein und ihr heute gleichmütig gegenüberstehen, denn ich habe alles bekommen, was ich mir je gewünscht habe – und noch viel mehr.

Hätte ich damals doch gleich Ja zur Situation gesagt, anstatt mich aufzuregen. Hätte ich doch gleich erkannt: Ja, so ist es, ich muss mir einen neuen Job suchen und für irgendetwas wird das schon gut sein. Ich hatte ja keine Ahnung, wie schallend mein Ja zu dieser Situation einige Jahre später ausfallen würde!

Also sagt Ja zu größeren und kleineren Ärgernissen und macht das beste aus der jeweiligen Situation. Ob ihr die unfaire Entscheidung eines Chefs akzeptieren müsst oder eben nur Fenster putzen, ob die Milch verkippt oder das Kind einen schlechten Tag hat – JA, so ist es. Man kann es nicht ändern und kann es dann auch gleich so hinnehmen, wie es ist.

Einmal hat es bei uns fürchterlich aufs Parkett im Schlafzimmer geregnet und meine erste Reaktion war zornig. Doch dann musste ich lachen, habe Handtücher geholt und mit dem Kind gewischt, das sich sehr gefreut hat. — Ja sagen. So schlimm ist es meistens nicht!

 

 

Durchbrüche beim Sockenstricken

Ich habe Socken für Patsy55 testgestrickt (die Anleitung könnt Ihr ab sofort auf Ravelry erwerben!) und schon das nächste Paar in Auftrag, denn der Mann hat gesehen, probiert und bestellt. (In den gleichen Farben, genauso wie meine, nur etwas länger auf dem Fußrücken. Jetzt sind wir also offenbar ein Paar, das Partnerlook trägt. Daran muss ich mich erst gewöhnen…)

Die Socken hätte ich in diesen Farben auch nicht für ihn ausgesucht, aber ich freue mich natürlich sehr, ihm welche stricken zu können. Sonst möchte er nie welche haben, weil er angeblich keine braucht, aber nun soll eine freudige Ausnahme gemacht werden.

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Dem Eiffeltower Stitch entsprechend habe ich die Socken in den französischen Nationalfarben angeschlagen, in denen ich ein paar Knäuel Jawoll Sockenwolle im Schrank liegen hatte.

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Und nun zu meinen Erfolgserlebnissen:

  1. Zwei Wörter: Kitchener Stitch
  2. Elastisches Abketten

Wer diesen Blog wiederholt liest, wird vielleicht feststellen, dass ich neulich über den irgendwie immer labberigen Abschluss der toe-up Socken gemault habe. Dieses Video von Very Pink Knits, die ich im Übrigen immer eine super Anlaufstelle mit Strickfragen finde, hat mir eine Abketttechnik beigebracht, die nicht so sehr labbert und aber auch nicht spannt, sondern in Form bleibt und elastisch ist! Die Abkettkante sieht viel schöner aus, als zuvor.

Auch über den Kitchener Stitch habe ich schon hier und da gejammert, denn er ging bei mir immer schief. Also so richtig schief. Auch hier hat Very Pink Knits Abhilfe geschaffen, als ich mit Panik in den Augen las, dass die Anleitung einen Kitchener an der Ferse verlangt. „Knit, off, purl / purl, off, knit“ ist aber tatsächlich ein kleines Mantra, das mir geholfen hat, das zuvor Megakomplizierte für mich klar und einfach zu machen. Meine allererste gelungene Naht im Kitchener Stitch könnt Ihr hier auf Instagram sehen. Sie ist deutlich ausbaufähig, aber eine riiiesige Verbesserung zu vorher. Was für ein gutes Gefühl, endlich etwas zu meistern, das einem nie gelingen wollte!

Verlinkt bei Auf den Nadeln, da die zweite Socke noch nicht ganz fertig und nächste schon fast angeschlagen ist.

 

 

 

 

 

Fortschritte bei meinem Battersea Oberteil oder: Der Kampf mit Lamana Cosma

Neulich habe ich voller Elan mein Battersea summer gansey nach einer gratis Anleitung von KnitBugVal angefangen, hier hatte ich darüber berichtet. Die Wolle musste sommertauglich sein, also fiel die Wahl auf Lamana Cosma mit 60% Baumwolle:

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Die Farbe finde ich wunderschön, doch beim Stricken streite ich mich ganz schön mit ihr herum. Ich finde es schwierig, eine anständige Fadenspannung hinzubekommen, und hatte anfangs so lockere linke Maschen in meinem Gestrick, dass ich ribbeln und noch mal auf Anfang gehen musste. Linke Maschen mag ich ja sowieso nicht besonders, aber beim Battersea kommt es leider ziemlich auf sie an.

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Mittlerweile bin ich nach der Raglanschräge an der Stelle angekommen, an der die Arme stillgelegt werden und der Rumpft glatt recht heruntergestrickt. Hört sich langweilig an, ist mir aber tausendmal lieber, als die Reihen linker Maschen oder re/li-Muster, die ich doch eher krampfig finde. Das Design gefällt mir allerdings sehr, daher möchte ich das Oberteil unbedingt stricken. Manchmal muss man eben auch ein bißchen leiden. Wenn das Teil am Ende sitzt und passt, stricke ich mit Sicherheit noch ein zweites – und mit Sicherheit aus einem anderen Garn.

Es ist wohl nicht Lamanas Schuld, dass ich an meinem kurzen Feierabend in Kämpfe verwickelt werde und mir nach dem Stricken die Finger sehr wehtun. Vielmehr scheint es mir Baumwollgarn an sich zu sein, Hersteller egal. Ich werde in Zukunft einfach in großen Projekten keine Baumwolle mehr verstricken. Für den Sommer gibt es ja auch Alternativen: Bambus, Mais und Leinen oder kostspieliger: Seide und Kaschmir. Oder aber ich stricke lange Ärmel an und trage das Stück im Winter, dann tun sich auch wieder völlig neue Türen bei der Wollsuche auf.

Beim Stricken des Rumpfes werde ich folgendes ausprobieren: Ann Budd gibt im Fruity Knitting Podcast (am Ende von Episode 22) den Ratschlag, bei einem glatt rechts in Runden gestrickten Oberteil seitlich je eine linke Masche einzuarbeiten, damit dort eine Art falsche Naht entsteht, wo bei anderen, zusammengesetzten Oberteilen eben eine wäre. Die Naht ist zwar immer lästig, hat aber natürlich den unschlagbaren Vorteil, dass sie dem Oberteil eine Form gibt, die auch über die Jahre beständig ist. Bei RVO-Konstruktionen kann das anders aussehen und offenbar ist eine solche falsche, angedeutete Naht hilfreich. Ich habe keine eigenen Erfahrungswerte – habt Ihr welche?? -, werde sie aber ausprobieren, diese Naht.

Im Übrigen hat mein Blog in diesem Monat schon die meisten Klicks seines Lebens erfahren, also ein herzliches Dankeschön an alle LeserInnen und ich hoffe, Ihr hattet beim Klicken und Lesen auch ein bißchen Spaß! Kommentiert immer gerne und ich komme auch auf Eure Blogs gehüpft 🙂

Verlinkt bei Auf den Nadeln – April.