Zwei ganz farbenfrohe: Marled Magic & Boxy

Ihr Lieben,

ENDLICH ist mein riesengroßes Resteprojekt fertig: Der Marled Magic Shawl von Stephen West. Er war ein Design für einen seiner mytery knit alongs, zu denen mir allerdings immer der Mut fehlt. Den Doodler finde ich schön, Marled Magic großartig, Building Blocks und wie auch immer das letzte mkal-Projekt hieß hätte ich allerdings offengestanden geribbelt…

Also habe ich angenadelt, als alle anderen schon längst fertig waren, aber die Freude kann kaum gemindert worden sein, denn es hat unglaublichen Spaß gemacht, das Tuch zu stricken. Der Marled Magic Shawl ist das perfekte Resteprojekt, ein Stashbuster vor dem Herrn, in kleinen Einheiten zu stricken, wenn man denn Pausen einlegen mag (was ich getan habe), total abwechslungsreich was Farbe, Strickrichtung und Strickmuster angeht und einfach ein riesiger, riesiger Spaß! Couldn’t recommend it more! Hier seht Ihr das umgeschlungene Teil:

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Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich einen I-Cord bind-off gestrickt, der ja simpler nicht sein und länger nicht dauern könnte… Als der Mann sagte: „Ich dachte, du wolltest nur noch die Reihe zu Ende stricken,“ musste ich ziemlich lachen 🙂

Ich muss sagen, dass ich mit Lacetüchern eher wenig anfangen kann (obwohl sie natürlich toll aussehen, aber ich mag sie nicht gerne tragen) und dieses Riesentuch mit seinem ganzen Fluff genau richtig für mich ist. Ich bin sehr groß und finde immer, dass kleine Tücher komisch an mir aussehen, aber ich mag auch einfach gerne viel Material um den Hals haben.

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Und beim Anblick dieses Patchworks muss ich an den tollen Film Frances Ha denken, denn Frances sagt so wunderbar: „I like things that look like a mistake.“ Hach!

Um die 5000 Fäden habe ich mich schon beim Stricken gekümmert: Das Tuch wird durchweg doppelfädig gestrickt. Ich habe beim Wechsel immer einige Maschen dreifädig gestrickt (man wechselt nicht beide Farben auf einmal) und damit dafür gesorgt, dass alle Enden schon fest verwoben sind. Nur ganz wenige Fäden mussten am Schluss gesondert vernäht werden. Dann habe ich das Tuch gewaschen, gespannt und die Fadenenden noch dran gelassen, weil sich das Gestrick beim Waschen zieht und die fein säuberlich abgeschnittenen Fäden dann doch wieder überall rausgucken. (Und bei diesem Tuch heißt das wirklich ÜBERALL.) Erst beim getrockneten Tuch habe ich also die Zippeln abgeschnitten. Plötzlich steht man dann nach 15-minütigem Fadenabschneiden (!) mit einer Handvoll Reste da:

Als dieser (ich kann es nicht genug betonen) wirklich riesige Strickspaß zuende war, musste natürlich sofort ein neues a) großes und b) buntes Projekt her und da mich ja das Pullovervirus erwischt hat (seit Siri…) musste ein neuer Pulli auf die Nadeln. Ich wollte aber nicht nochmal so dicke Wolle wie für Siri verstricken, weil mich das auf die Dauer doch ganz schön anstrengt. Fingering Weight aka Sockenwolle ist mein Allerliebstes. Dauert ewig, aber sowohl das Stricken an sich als auch das fertige Teil gefallen mir einfach am besten. (Process & product knitter – wie eine wahre Waage eben.)

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Ich trage selten so richtig bunt, aber komischerweise MUSS ich im Moment einfach einen richtig, richtig bunten Pulli stricken. Hier ist die Garnauswahl aus meinem Stash:

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Dreimal A Homespun House und einmal Frida Fuchs.

Die Wahl fiel auf buntes Garn, daher musste eine schlichte Anleitung her: Der Boxy von Joji Locatelli. Die Reihen sind eeewig lang (soll ja oversized werden), daher ist trotz einigen Strickens nur so ein Minianfang zu sehen:

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Habt Ihr Lieblingsanleitungen für Pullover? Oder Lieblingsdesigner für Pullover? Wenn ja, immer her damit 😉

Verlinkt bei Maschenfein.

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Herbst/Winterstrick im Sommer: Meine Siri

Liebe Leute,

so lange war es ruhig hier. Eben noch habe ich im tiefen Winter mein Federgewicht fertiggestellt, und plötzlich sind schon 5 (in Worten: fünf!) Monate vergangen, in denen der Blog schlief. Das Baby ist geboren, unser Alltag hat sich verändert und so verfliegt ein Tag nach dem anderen. Verrückt ist das. Aber gestrickt habe ich trotzdem ein bißchen und werde nach und nach die verschiedenen Projekte auf dem Blog zeigen. Hiermit geht es los:

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Das wunderschöne Gilliatt von de rerum natura ist ein non-superwash Garn, also gänzlich unbehandelt. Bei Wollen Berlin wurde ich von Ruta mit der Nase auf dieses tolle Garn gestoßen, habe kurz vor Weihnachten 5 Knäuel gekauft und im Januar losgelegt mit meinem Siripullover. Die Anleitung ist für eine Strickjacke, die man allerdings sehr einfach zum Pullover ummünzen kann. Das ist sogar viel angenehmer zu stricken, weil der Pulli in Runden gestrickt wird und somit die Rückrunden mit den von mir doch eher ungeliebten linken Maschen wegfallen.

Die ziemlich lange Passe ergibt ein Blättermuster, das so aussieht:

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Die Farbe ist auf diesem Foto überhaupt nicht getroffen, was bei Türkis/Smaragd ohnehin immer unheimlich schwierig ist. Die anderen zwei Fotos nähern sich der tatsächlichen Farbe jedoch sehr gut an.

Und so sieht das fertige Stück aus:

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Mit 4 1/2 Knäuel komme ich auf einen Pullover, der für Größe M sehr weit ausfällt. Wer’s gerne enger mag, sollte eine Größe kleiner stricken, aber für den Herbst und Winter finde ich es ganz angenehm, wenn man auch noch was anständiges drunter ziehen kann. Zudem bringt ein bißchen positive ease ja auch Wärmeleistung mit sich. Mit anderen Worten: Ein gemütlicher Pulli!

Die Anleitung ist einerseits toll, weil das Blättermuster wirklich schön konstruiert, intuitiv zu stricken und gleichzeitig schön in der Wirkung ist. Allerdings birgt die Anleitung einige Fallstricke und hätte für meinen Geschmack viel eindeutiger geschrieben werden müssen. Ich habe zum Beispiel die Ärmel zunächst nicht abgetrennt und musste nach Vollendung des gesamten Blättermusters ribbeln, weil ich die entscheidende Information in der Anleitung einfach zu spät gesehen habe. Natürlich hätte ich da besser hingucken sollen, aber es wird einem eben auch sehr leicht gemacht, genau diesen von mir begangenen Fehler zu begehen.

Der Frust über a) die vertane Arbeit, b) das bevorstehende Ribbeln, was bei dem Muster (und natürlich ohne Lifeline…) nicht so einfach ist, und c) die doch sehr begrenzte und vor allem in den späteren Abendstunden angesiedelte Strickzeit haben dann dazu geführt, dass ich meine gute Siri eine Weile beiseite gelegt habe. Vor kurzem packte mich dann der Ehrgeiz, sie endlich, endlich fertigzustellen, und ich bin mir selbst sehr dankbar für ein doch sehr monogames Strickverhalten, das mit einem fertigen Herbst/Winter Essential belohnt wird. (Ein entscheidender Motivator war übrigens der Drawer of Sweaters KAL von The Loving Path, den Debbie vierteljährlich abhält. Ich wollte im 2. Quartal unbedingt dabei sein.)

Und Ihr so? Was muss bei Euch noch schnell fertig werden, bevor die kalte Jahreszeit dann doch immer wieder sehr überraschend kommt?

 

Montagsideen #10 – ein Ausblick und ein Federgewicht

Nach einer Ewigkeit kommen hier endlich wieder meine Montagsideen, diesmal der planerischen Art, geben sie doch einen Ausblick auf die Dinge, die ich in den nächsten Monaten besonders gerne stricken möchte.

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Ich schrieb schon zum Jahresende von meiner To knit list für das Jahr 2018 und sie hat sich natürlich schneller verändert, als ich es sagen konnte.

Zwei Großprojekte für mich kamen dazu, weil die Arbeit am Featherweight Cardigan soviel Spaß gemacht hat. – Mein Featherweight ist das erste fertiggestellte Projekt im neuen Jahr! Jippie!

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Das zweite Projekt ist der Siri Pullover, bereits angeschlagen:

Das Garn ist Gilliat von de rerum natura, und diese Fotos geben einen besseren Eindruck davon, wie smaragdfarben die Wolle ist (was sich bei grauem Wetter immer blau abfotographiert):

Die Wolle für Nummer drei ist bereits gekauft, nämlich ein dunkelrotes Fine Donegal von Debbie Bliss. Sie soll zu einem ebenfalls von Debbie Bliss entworfenen Pullover verstrickt werden: Dem Guernsey.

Und um noch ein großes Projekt anzuhängen, folgt entweder danach oder zwischengeschoben oder begleitend (die Liste lässt ja Spielraum, ganz wichtig!) der Meandering Shawl von Stephen West. Verstrickt werden verschiedene Einzelstränge Sockenwolle von A Homespun House, die sich alle in den Rosatönen aufhalten. Ergänzen kann ich ein paar Minis aus meinem Adventskalender. Die Rückseite des zweifarbigen Patents wird (um etwas Ruhe reinzubringen und auch, weil ich diese Farbkombination liebe) grau.

Ich bin schon sehr gespannt und kann gar nicht schnell genug stricken. Was macht man da? Natürlich noch ein Projekt anschlagen! In wenigen Minuten hüpft bei mir ein neues Baby Surprise Jacket von Elizabeth Zimmermann auf die Nadeln, denn kurzentschlossen mache ich noch eins für unser Winterbaby, das noch auf sich warten lässt. Vielleicht will es mir ja etwas damit sagen. Und außerdem ist das Surprise Jacket vom großen Bruder leider total verfilzt. Und überhaupt strickt sich das ja flott. 😉

Verlinkt bei Maschenfein

Meterbilanz zum Jahresende

Das ganze Jahr über habe ich die Banderolen von verstrickten Knäulen in diese Tasche geworfen (= Upcycling eines Werbegeschenks),

 

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mit dem Ziel, am Jahresende Meterbilanz zu ziehen. Laut der gesammelten Banderolen habe ich 6910 m verstrickt.

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Da ich noch nie zuvor am Jahresende die Lauflängen addiert habe, kann ich nicht sagen, ob das für mich viel oder wenig ist. Sicher ist jedoch, dass ich

  • im frühen Stadium meiner Schwangerschaft 1,5 – 2 Monate überhaupt nicht gestrickt habe, weil mir schon beim Gedanken daran schlecht wurde (zum Glück hat sich das wieder gegeben!!!),
  • meine Lotildajacke zu den größten Teilen aus nicht mehr ettikettierten Wollresten gestrickt habe
  • und einige Projekte aus banderolenlosen Wollresten begonnen oder gar vollendet habe, wie diese zwei Paar Socken, den Magic Marled Shawl (Clues 1-4 fertig; hier könnt Ihr Bilder davon sehen) und die Cozy Memories Babydecke (fertig):

Diese Projekte sind in der Lauflänge schwer zu schätzen, zwei davon sind doppelfädig, und so ist es mir unmöglich, mich zahlenmäßig anzunähern. – Ich bin aber ja auch weniger ein Zahlen- als ein Geschichtenmensch und daher ist es ganz passend, dass ich wenigstens die Geschichten zu den herrenlosen und nicht näher bezifferbaren Metern erzähle, denn die sind mir am Ende ja doch immer wichtiger.

Ich war aber ganz, ganz ehrlich und habe wirklich nur die Banderolen restlos verstrickter Knäule gesammelt. So ist nur eines der drei Knäule meines Featherweight Cardigans mit im Pool, obwohl Knäuel zwei und drei längst sich zweireihenweise abwechselnd verstrickt werden (bei Handgefärbtem ist das ratsam) und ich den zweiten Ärmel gestern abend fertigstellen konnte. Es fehlt also nur noch der Kragen 😀

Wisst Ihr, wieviel Ihr verstrickt habt in diesem Jahr? Und interessiert Euch sowas überhaupt? Vielleicht liegt das Entscheidende darin, ob man Progress oder Process Knitter ist, ob einem beim Stricken also vorrangig am Fortschritt oder am eigentlichen Strickprozess gelegen ist. Anders formuliert: Strickt Ihr, um fertigzuwerden oder um des bloßen Strickens willen?

Ich mache, wie die Waage das eben so tut, beides, insofern interessieren mich die Daten, aber ich messe ihnen nicht allzu viel Bedeutung bei. Trotzdem werde ich auch im neuen Jahr wieder meine Banderolen sammeln und am Jahresende meterbilanzieren. Macht ja doch Spaß 😉

Adventsschönheiten


Das Jahr ging zu Ende und Mama hat sich was gegönnt. Als Molly von dem schönen US-Berliner Label A Homespun House ihren Adventskalender irgendwann im Sommer anpries, habe ich zugeschlagen und (natürlich wenn man so drüber nachdenkt im Grunde vielleicht für ganz schön viel Geld) ihren Adventskalender bestellt.

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Bescheiden wie ich bin, habe ich aber die kleine Version gekauft, bestehend aus 24 Mini skeins à 20g, und mir die Variante mit 24 Minis + einem 100g Strang verkniffen.

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Das Päckchen kam an, die kleinen Tütchen wurden in eine Glasschale gefüllt und dann wurde auf den Dezember gewartet. Mein Sohn hatte dann seine helle Freude daran, das Tütchen des jeweiligen Tages mit mir zu suchen, aufzuknibbeln und die Wolle zu streicheln, und so war das Geld gleich sinnvoll in eine hyggelige Adventszeit für die beinahe ganze Familie investiert.

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Der allerjüngste Babyjunge, der noch im Bauch ist, hat auch etwas davon abbekommen, denn sein Cozy Memories Baby Blanket wurde sogleich mit den passenden Minis ergänzt. Der Prinz soll ja weich gebettet sein, wenn er schon im eisigen Januar auf die Welt kommen muss.

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Und nun erfreue ich mich an den zwei gefüllten Gläsern voll Ministränge, die übers Jahr dieses und jenes Projekt ergänzen werden. Es sind eben die kleinen Dinge, gerade 20g schwer, die einem den Alltag versüßen…

 

Mein Featherweight

Ihr Lieben, endlich habe ich, wie hier schon angekündigt, eine Strickjacke in Erwachsenenformat auf den Nadeln: Den Featherweight Cardigan von Hannah Fettig. Die Wolle kommt von A Homespun House. Es handelt sich um Mollys Farbe „Water Reservoir“ auf ihrer gold stellina base. Ich habe zugegebenermaßen nicht gewusst, was genau sich hinter „gold stellina“ verbirgt, und musste dann lachen, als ich Glitzerwolle ausgepackt habe. In meiner Vorstellung war es eine bestimmte Art der Wolle, Zusammensetzung oder Verzwirnung. Aber natürlich ist es viel einfacher und naheliegender, wie so oft.

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Ich finde aber die Kombination aus Blau und Gold immer sehr schön und habe sofort beschlossen, nicht weiter zu zögern und meine Jacke anzuschlagen. Man kann sich auch zu Tode grübeln, und ich wollte doch endlich mal ein Oberteil für mich anfangen. Noch dazu finde ich die Farb- und Glitzergebung gut als Farbklecks für ein schwarzes Outfit (zumal in der Weihnachtszeit), wobei ich es mir gleichzeitig mit einem farbigen Oberteil darunter vorstellen kann. Flexibel und somit alltagstauglich, da kann dann kaum etwas schiefgehen.

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Gestrickt im Übrigen mit Knit Pro Holznadeln, auch wenn es auf dem Foto nach Zing aussieht…

Oft denkt man, man käme nur im Schneckentempo voran. Oder Mama hat nur hier und da Zeit für eine Reihe und kommt gefühlt nicht aus dem Knick. Mir hilft es, einen progress keeper an meine Arbeit zu hängen, wenn ich die erste Reihe des Tages stricke. Am nächsten Tag sehe ich dann, dass ich doch ganz schön weit gekommen bin und mein gefühlter Nichtfortschritt ganz falsch war. So sieht das dann aus, 5 Tage in Folge:

Im ersten Bild sieht man noch die (erstmalig in meinem Leben) gezogene Lifeline aus Zahnseide, und ich entschuldige mich für die etwas schmuddelige Farbgebung der unteren Bilder, die einzig dem abendlichen Schummerlicht auf dem Sofa geschuldet ist. In echt ist die Farbe ziemlich genau wie oben links.

Ich bin nach den in der Anleitung angegebenen Maßen des Brustumfangs gegangen und durfte nach dem Separieren der Armlöcher feststellen, dass das Jäckchen doch sehr eng geschnitten ist. Ich hatte meine Maschenprobe zuvor ganz brav gewaschen und gespannt und bin mit einer zarten 3er Nadel auf die richtigen Maße und das schönste Erscheinungsbild gekommen. Daraufhin habe ich einen 35,5 inch Umfang angeschlagen und wäre sicherlich mit einer Nummer größer auch hingekommen. Allerdings ist es schön, eine Jacke zu haben, die, wie es auf Englisch so schön heißt, „fitted“ ist. Und vielleicht stricke ich ja noch eine zweite Featherweight in einer Nummer größer, damit ich zwei unterschiedliche Passformen habe. So weit bin ich jedenfalls aktuell:

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Strickjacken kann man ja auch mit fortgeschrittenem Babybauch anprobieren und sich dann den Brustkorb etwas schmaler denken. Vorne seht Ihr vielleicht, dass die Jacke nicht sehr weit über Brust und Bauch reicht – hier wird dann ein langer Abschluss angestrickt, der den Kragen und eine Art Blende ergibt.

Die Anleitung ist bislang sehr einfach und eingängig und ich kann sie jedem wärmstens empfehlen! Habt Ihr liebste Strickjackenanleitungen? Ich möchte so gerne noch mehrere stricken und bin für alle Tips und Erfahrungswerte dankbar. 🙂

 

Verlinkt, einmal mehr, bei Auf den Nadeln November.

Want-to-knit-list 2018 — Vom Wollen und Müssen

Ich habe aufgehört, immerzu to-do-Listen zu erstellen. Das heißt, ich erstelle immer noch täglich Listen, weil sie mich beruhigen und mir Struktur geben, aber die gemeine to-do-Liste vermittelt einem immer einen gewissen Zwang und zeigt am Abend vorwurfsvoll, was man alles versäumt hat, wo man strukturell versagt hat und zu wenig effizient war.

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Mein Kalender für 2018 ist ein guter Begleiter beim Listenerstellen und Ausloten der eigenen Prioritäten

Daher werden meine should/have-to-do-Listen mehr und mehr zu could/want-to-do-Listen. Ich möchte heute diese und jene Dinge erledigen und könnte meine Zeit so oder so nutzen. (Ich möchte also heute das Bad putzen, damit es mich nicht nervt, dass es dreckig ist. Ich muss das aber keinesfalls tun, denn die Welt dreht sich weiter, auch wenn ich die Zeit mit etwas Anderem verbringe.) – Ich muss erstmal überhaupt nichts.

Und schon gar nicht beim Stricken, doch auch da kommt manchmal ein gewisser Druck auf: Ich wollte doch schon längst mit dem Tuch fertig sein und sollte doch unbedingt noch diese Babyhose vor Weihnachten stricken. Und überhaupt: Weihnachten! Ich muss doch noch die und die Socken fertig kriegen (oder überhaupt anfangen) und den Puppenschal und die Kuscheldecke und Ornamente und immer so weiter.

 

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Nein, ich stricke ja zu allererst um des Strickens willen, weil der Prozess mir Spaß macht und die Aktivität als solche mich im Alltag ausgleicht. Zwang ist da fehl am Platz, und wenn nicht jedes Familienmitglied etwas Selbstgestricktes bekommt, habe ich nicht versagt, sondern meine Prioritäten einfach nach meinem jeweiligen Tagesverlauf ausgelegt. So, wie es schließlich jeder tun sollte, Stricker oder nicht. Es freut sich niemand über Socken, die ich aus Pflichtgefühl und Listenhörigkeit gestrickt habe, sondern sie sind nur dann ein schönes Geschenk, wenn sie mit Liebe und Ruhe entstanden sind.

Mein inneres Listentier hat aber natürlich schon längst eine Strickliste fürs nächste Jahr angelegt – mein Strickherz freut sich, aber mein Kopf ermahnt alle, dass es eine Wunsch- oder Vorfreudenliste ist und keine vertragliche Verpflichtung. Der Gedanke, diese Dinge im nächsten Jahr womöglich zu stricken, macht mich froh und zappelig, dass es doch endlich losgehen möge mit folgenden Dingen:

…möchte ich gerne zuende stricken, wobei ich den Cardigan noch im November anschlagen werde. Ich plane also in der doppelten Zukunft 😉 (Und zum Patchworktuch gibt es dann auch bei Gelegenheit Fotos.)

Des Weiteren:

  • einen Pullover für den zweijährigen Sohn
  • einen Emilbody für den Minimann
  • mindestens einen Pullover für mich
  • den Meandering Shawl von Stephen West
  • ein paar Projekttaschen möchte ich nähen

Das ist fürs erste überschaubar, doch sind größere Projekte dabei, die Zeit fressen. Noch dazu kann ich schwer einschätzen, wieviel Zeit mir in den nächsten Monaten mit einem Neugeborenen zum Stricken bleibt. In meiner Vorstellung ist es nicht unbedingt weniger als jetzt, aber da verschaukelt man sich ja auch gerne mal selber. (Und die Erfahrung mit Kind Nummer eins zeigt: ALLES steht und fällt damit, wie gut und wieviel ein Kind schläft. Machen wir uns nichts vor.)

Soweit also meine Wunschplanung, ohne muss und soll, sondern, wie es sich für eine Schwangere gehört, mit viel Liebe und Vorfreude aus dem Bauch heraus.

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Plant Ihr auch schön fürs nächste Jahr?? Welche Projekte? Und mit wieviel Ambition? Das würde mich brennend interessieren!