* Montagsideen #2 *

Meine Lieben, was soll ich sagen, es fing alles so gut an: Ich machte kleine Fortschritte beim Rautenschal für den MaschenfeinKAL

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… und habe in meinem Elan und Tatendrang kurzerhand auch noch Lotildas kurze Strickjacke aus Wollresten angeschlagen:

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Man strickt sie doppelfädig und daher schön fix in Nadelstärke 7, wodurch ich endlich mal meine Jackennadeln verwenden kann, die schon länger an der immer selben Stelle liegen und auf eben diesen Einsatz warten. Lotildas Strickjacke im Halbpatent wollte ich nachstricken, seit ich sie vor einigen Wochen auf ihrem Blog gesehen habe. Freundlicherweise stellt sie die Anleitung gratis zur Verfügung. Ich habe sofort die Chance gewittert, Wolle aus meinem stash verwenden zu können, und alle möglichen Merinogarne in Grau, Blau und Rot zusammengesucht (denn, wir erinnern uns, ich möchte ja in diesem ja soviel wie möglich aus Vorräten stricken). Die Bündchen haben schwarzes Alpaka als zweites Garn und ich bin sehr gespannt, wie das am Ende aussehen wird. Es wird quasi eine Scraptastic-Lotilda-Strickjacke, also ein bißchen Lotilda, ein bißchen wirres Mischen wie bei Dayana.

Dann stand eine Bahnfahrt von Berlin nach Hamburg an – nicht lang, aber trotzdem Zeit zum genüsslichen Stricken – und diese gipfelte in drei kinderlosen Tagen auf einer Konferenz. Also: massig Strickzeit. Am Abreisemorgen aber dann das Desaster, denn ich habe vor lauter Hektik und Aufregung die Tasche mit Strickzeug und Proviant im Flur stehen lassen und bin ohne sie ins Taxi gestiegen. All meine Stricksachen waren darin, und so blieb meine Field Bag mit Rautenschal, mit dem ich so gerne ein kleines bißchen angegeben hätte, zu Hause. – Worst case, clearly!

Umso wichtiger war also ein Besuch bei mylys!! Bei mylys gibt es herrliche Garne, auch Quince & Co. oder Madelinetosh, die ich in Berlin im Laden um die Ecke eher nicht antreffe. Der Laden ist hübsch aufgemacht, mit angrenzendem Café, bietet wunderhübsche Garne und ist ein wahrer Wollhimmel. Der Empfang allerdings war weniger freundlich, als die tollen Farben vermuten ließen, denn als ich mein Leid klagte und überlegte, was ich aus dem Kopf als schnelles Zwischendurchprojekt anschlagen könnte, war die diensthabende Italienerin so ostentativ gelangweilt und desinteressiert, dass es schon ein kleiner Dämpfer für meine Freude war.

Aber Schulterzucken hin oder her, ich hatte mich im Vorfeld gefreut, dass mein Hamburgbesuch genau mit der Knit Night bei mylys zusammenfiel, allerdings nicht damit gerechnet, dass vier Räume mit diversen Tischen derart überfüllt sein würden, dass man nicht mal mehr auf dem Boden würde sitzen können! Vier Zimmer! Strickrunde im sehr großen Stil… Na gut, im Flur vor dem Klo wäre noch Platz gewesen, aber dort mein Babypullöverchen anzuschlagen (im Übrigen aus der wunderschönen Schoppel Edition 3, Farbe Englischer Garten), fand ich wenig gemütlich und noch weniger kommunikativ. Es war hoffnungslos, irgendein Plätzchen zu finden, denn jede Stufe war besetzt, sodass sogar die Ladentür immer verstellt war. Ich hatte natürlich Enthusiasmus erwartet, aber eben keine Massen.

So musste ich also noch eine Weile dicht gedrängt stöbern (wobei man an ein ganzes Zimmer voll Wolle schon gar nicht mehr rankam) und diese drei Knäuel Malabrigo kaufen:

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Ich überlege, daraus das Tuch Brianna aus dem Maschenfeinbuch zu stricken. Oder ein anderes Tuch? Hättet Ihr Vorschläge?? Immer her damit. Während ich so suchte und guckte und staunte und überlegte, wofür ich diese oder jene Wolle eigentlich unbedingt brauchen könnte, hörte ich rechts und links Gespräche – man kann ja nicht anders. Es wurde über Dawanda und Etsy gefachsimpelt: Dawanda sei allzu selbstgemacht, Etsy habe mehr Authentizität und Glamfaktor. Etsy hat klar gewonnen, denn Dawanda, nein, nein, also da kaufe man nicht, das sei zu sehr DIY und zugeglitzert. Ich nahm das zur Kenntnis und gebe das jetzt einfach mal so weiter. Diese und andere Unterhaltungen waren witzig, gaben Laden und Klientel aber auch ein bißchen die Atmosphäre einer geschlossenen, elitären Strickgesellschaft. Es war weniger „Komm, setz dich dazu“, sondern mehr „Wir kennen uns hier alle und sind Insider“. Das war interessant und unterhaltsam, aber auch schade. Sollte ich also nochmal zur Knit Night in Hamburg sein, was ich schwer hoffe, gelten zwei Imperative: Früher da sein + Begleitung mitbringen! …ach ja, und die Stricksachen vielleicht nicht in Berlin stehen lassen, du Dummerchen.

Ich habe also Schoppelwolle, Nadeln (ich bleibe ja immer noch bei Knitpro) und Herzchenmarkierer gekauft

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…und dann im Hotelbett weitergestrickt:

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Über facebook hat sich eine kleine Strickrunde gefunden, die sich morgen in Berlin trifft und wo hoffentlich genug Platz für alle sein wird. Da werde ich dann mit meiner Field Bag antanzen und mitstricken 🙂

Bei meiner Heimkehr hat mich in Berlin eine Karte aus Kanada erwartet, die so rührend schön ist, dass ich sie hier mit Euch teilen muss:

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Eine Dame stellt sie her, die ohne Elektrizität in den Wäldern Kanadas lebt. Das Gestrick stellt das Trikot der Hockeynationalmannschaft dar. Ist das nicht das rührendste, was Ihr je gehört habt? Man kann sie interessanterweise online finden. Ein bißchen Elektrizität gibt es da also irgendwo doch.

Habt wunderschöne erste Herbstwochen, in denen ich neben genannten Projekten Kinderhandschuhe stricken muss, weil hier im Haus einer friert, und mich auch schon mal daran machen möchte, Geschenksäckchen für Weihnachten zu stricken oder häkeln. Und Ihr so?

 

Verlinkt bei Auf den Nadeln Oktober.

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